General Instruktor Course Bericht #2

General Instruktor Course Bericht #2
General Instruktor Kurs 2

General Instructor Course Bericht #2
– oder: warum Hulk die besten Schnitzel macht.

Nach etwas mehr als vierwöchiger Pause geht es nun endlich weiter. Der zweite Block des General Instructor Course 2014 findet vom 11.-19.10 in der neuen L2F-Location in Erlangen statt. Der ehemalige Supermarkt(!) ist großzügig bemessen und bietet somit optimale Trainingsbedingungen. Ein gemalter Hulk blickt grimmig von den Wänden, er wird uns in den kommenden 9 Tagen immer wieder an das Wesentliche erinnern. Das einzig wahre Mindset heißt: Beastmode! Wir freuen uns über das Wiedersehen mit unserem Ausbilder Moran Laskov sowie den anderen Anwärtern und finden schnell wieder zusammen. Auch wenn uns einer der Teilnehmer mittlerweile verlassen hat.

Die ersten beiden Tage dienen der Auffrischung und Ergänzung des Stoffes aus dem ersten Block. Danach beginnen wir, uns detailliert den Selbstverteidigungstechniken zu widmen. Täglich wird von 09.00h bis 13.00h trainiert, nach der Mittagspause unterrichten wir dann das soeben Gelernte untereinander in drei kleineren Gruppen. So werden die Techniken weiter vertieft und zugleich wird das Vermitteln der Checkpoints durch Moran überprüft. Nach jeder Runde gibt es ehrliches, konstruktives und wertvolles Feedback von ihm und den anderen Teilnehmern. Der behandelte Stoff ist reichhaltig und die Schlagzahl steigert sich kontinuierlich, doch wir reagieren ohne groß nachdenken zu müssen. Instinkt und Reflexe werden immer stärker. Ein tolles Gefühl, das ziemlich genau bis Tag 5 anhält.

Ab jetzt stehen die Messertechniken auf dem Lehrplan. Die Vielzahl möglicher Angriffsarten und -Winkel erfordert extreme Schnelligkeit in der Reaktion bei einem gleichzeitigen Höchstmaß an Präzision. In diesem Themenbereich gibt es gefühlt soviele Techniken und Checkpoints, dass man meinen könnte, es gäbe für gerade oder ungerade Wochentage und sogar verschiedene Hosenfarben und Schuhgrößen der Angreifer jeweils eine eigene, ganz spezielle Technik. Erstmals machen sich Konzentrationsschwierigkeiten und Frustration breit. Moran reduziert sofort das Tempo und anstelle des gegenseitiges Unterrichtens steht jetzt noch intensiveres Arbeiten unter seiner Anleitung an. Wir nutzen die Zeit, um weiter an den Techniken zu feilen und merken, dass der Knoten in unserem Kopf endlich platzt. Weniger nachdenken – es ist alles viel einfacher und instinktiver, als man denkt. Muss auch so sein – schließlich ist es Krav Maga! Zur Belohnung fürs lange Trockenüben gibt es abschließend einen Surprise-Drill-Parcours, der sich gewaschen hat.

Als nächster Themenkomplex stehen Stockangriffe an. Spätestens hier kommen alle Prinzipien und Bewegungsmuster von Messerbedrohungen, Kick Defenses und allen anderen Bereichen zusammen. Wir merken, wie sehr die Techniken aufeinander aufbauen, dass die Werkzeuge bereits alle in unserem System sind und es jetzt nur noch darum geht, sie den jeweiligen Anforderungen anzupassen und sie entsprechend zu kombinieren. Das Tempo steigert sich wieder. Mittlerweile reichen kurze Schlagworte wie „bent C-Grip“ und alle wissen sofort, wie die Technik weitergeht. Die Erleichterung darüber ist allen beim gemeinsamen Pizzaessen, zu dem unser Gastgeber Matthias Birkner im Namen der KMG geladen hat, anzumerken.

Zuguterletzt sind die Pistolenbedrohungen an der Reihe. Moran legt den Fokus hier neben der sauberen Ausführung von Hand- und Bodydefense besonders stark auf schnelle Konter, den Finishing Mode und das dazugehörige Mindset. Denn neben der eigentlichen Technik ist es in der Realität vor allem ebendieses Mindset, das darüber entscheidet, wie eine Bedrohungssituation am Ende des Tages ausgehen wird. In diesem speziellen Falle empfiehlt uns Moran, dessen deutscher Wortschatz täglich wächst („Leider geil“) in Hinsicht auf den Angreifer: „Make him Schnitzel! Verstehste?!“ Wir müssen grinsen und kurz sieht es so aus, als würde der grimmige Hulk uns zustimmend zuzwinkern.

Unser besonderer Dank gilt auch diesmal dem KMC-Team für die Vorbereitung. Ebenso möchten wir uns bei Matthias Birkner und seinem L2F-Team für die herzliche Gastfreundschaft, das großzügige Versorgen mit kostenfreien Getränken und die spannenden Einblicke in die Verbandsarbeit der KMG bedanken. Bis zu den Abschlussprüfungen am 09. November in Aachen gilt es nun, das Gelernte noch weiter zu verinnerlichen, die letzten bremsenden Selbstzweifel abzulegen und weiter auf das Mitgebrachte zu Vertrauen. Innerer Zensor aus, Instinkt an – und Vollgas! Ganz so wie im richtigen Leben.
Aachen, mach Dich bereit. KMC is coming!